1.Mai
Der Erste Mai in Zürich begann um 09:30 in der Lagerstrasse mit der offiziellen
Demonstration.
Insgesamt nahmen ungefähr 10′000 Personen teil, wovon sich
mindestens 500 zu einem revolutionären Block formierten. Nach Abschluss der
Route fand auf dem Bürkliplatz die Schlusskundgebung statt. Die
sozialdemokratische Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey wurde eingeladen
eine Rede zu halten, was schon im Vorfeld Aufrufe zu Störaktionen provozierte.
Tatsächlich erschallte beim Auftritt der Bundespräsidentin ein Pfeifkonzert, so dass
ihre Rede um eine halbe Stunde verlegt werden musste. Im Anschluss fand auf dem
Kanzleiareal (Areal um ein Schulhaus) der “Revolutionäre Treff” statt. Von 12 bis 13
Uhr gab es dort Infostände, eine Bar und es wurde Musik gespielt. Ab 13 Uhr bis ca.
15 Uhr gab es verschiedene Auftritte, unter anderem von Crument und der Band
RedSka. Es kamen immer mehr Leute in dieses Kanzleiareal. Um ca. 16:30 wurde
dieses Areal von einem riesigen Aufgebot der Polizei komplett eingekesselt und über
500 Personen verhaftet. Solche Aktionen gab es schon in anderen Jahren, neu war,
dass die Polizei nicht nur das Kanzleiareal sondern auch einen angrenzenden Platz
einkesselte, um so Personen, die von der Polizei ohne genauere Beschreibung
als „Gaffer“ bezeichnet werden, ebenfalls zu verhaften. Auch drängte die Polizei die
außerhalb des Kessels stehenden Personen immer weiter zurück, worauf die
Stimmung immer aggressiver wurde. Auch die Wasserwerfer liessen nicht lange auf
sich warten, was viele zum Anlass nahmen, Steine und Flaschen zu werfen, worauf
die Polizei dann wiederum mit Hartgummigeschossen antwortete. Ab ca. 20 Uhr gab
es im inzwischen wieder freigegebenen Kanzleiareal in einer Theaterhalle noch
verschiedene Workshops zu Arbeitskampf, Frauenkampf, Anti-AKW Bewegung,
Kurdistan, und politischen Gefangenen. Danach spielte noch ein regionaler
Liedermacher politische Lieder.






RIO St.Gallen nahm an einem ereignisreichen 1.Mai in Zürich und St.Gallen teil. Die offizielle Demonstration in Zürich war mit 8000 Personen trotz Regen ziemlich gross. Nach Abschluss der Route zog der revolutionäre Block –etwa 500 Personen- weiter, um am Paradeplatz die rote Fahne zu hissen. Der Paradeplatz ist das symbolische Zentrum des Bankenplatz Schweiz und somit sehr prestigeträchtig. Doch schon auf dem Weg dorthin war die angekündigte massive Repression zu spüren. Der Weg wurde komplett abgeriegelt. Also machte mensch sich auf den Weg zum revolutionären Treff, wo den ganzen Tag ein kulturelles Programm mit Konzerten und Ausstellungen stattfand.